von: Aufruhr, Widerstand – Es gibt kein ruhiges Hinterland!
Für den 14.03.2025 hatte die Antifaschistische Aktion TKS (Antifa Teltow Kleinmachnow Stahnsdorf) zu einer Demonstration unter dem Motto „Naziangriffe nicht unbeantwortet lassen” in Teltow Stadt, im brandenburgischen Umland von Berlin, aufgerufen. Anlass war neben zahlreichen anderen Angriffen durch Nazis vor allem der brutale und bewaffnete Naziüberfall auf eine Geflüchtetenunterkunft am 08.03.2025 in Stahnsdorf.
Die Antifaschistische Aktion TKS hatte die Demo in Absprache mit den betroffenen Geflüchteten organisiert, inklusive einer Küfa im Rahmen des Iftar-Fastenbrechens.
Neben ihrer Bitte, keine Parteifahnen mitzunehmen, stellten sie in ihrem Aufruf auch klar, dass „Solidaritätsbekundungen mit (kolonial) unterdrückten Menschen und Gebieten durch z.B. das Tragen von Kufiya” hingegen ausdrücklich erwünscht seien.
Genau diesen gerade derzeit sehr wichtigen Hinweis und den antikolonialen Ausdruck auf der Demo nahmen daraufhin Rechte, Rassist*innen und sog. Antideutsche” (angebliche „Linke”, die sich mit den Machenschaften „Israels” solidarisieren) zum Anlass, Hetze gegen die Organisator*innen der Demonstration zu verbreiten.
Gegen die Hetze veröffentlichte Antifa TKS einige Tage nach der Demonstration eine Statement mit dem Titel „Statement zu der Hetze gegen unsere Palästina-Solidarität im Zusammenhang mit unserer Demo am 14.03.2025″.
Welche sich die Social Media-Kanäle der Antifa TKS auf Instagram, Facebook und Bluesky ansehen, werden schnell erkennen, dass sie bereits seit längerem prägend aktiv sind als antifaschistische Gruppe im Raum Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf und dem Süden Berlins – also dort, wo derzeit Übergriffe der Nazis fast schon wieder an der Tagesordnung sind.
Hier unter diesem Beitrag ist das wichtige Statement gegen die Hetze und der Aufruf zur Demo von Antifa TKS dokumentiert.
Antifa heißt: Freiheit für Palästina – überall!
Lasst uns gemeinsam kämpfen mit den Betroffenen rassistischer und faschistischer Übergriffe!
Kontakt/Infos Antifa TKS:
https://bsky.app/profile/antifatks.bsky.social
https://www.instagram.com/p/DHSzgcOtlaQ/
https://www.facebook.com/AntifaTKS
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Statement zu der Hetze gegen unsere Palästina-Solidarität im Zusammenhang mit unserer Demo am 14.03.2025
User mit “Stolzmonat” im Profil, Nafo-Anhänger und ein paar einzelne “Linke” scheinen sich einig zu sein: Wir seien “Antisemiten!”, “Islamnazis!”, “Judenhasser!” Wir hätten am 14.03. eine “Hamas-Demo” veranstaltet und instrumentalisieren nur das eigentliche Thema der Demo um unsere “antisemitische Propaganda” zu verbreiten. Die gleiche “Kritik” gab es auch in gemäßigter Form, inhaltlich mit den gleichen Punkten, aber in netterer Verpackung.
Das Verbrechen: Im letzten Satz unseres Demoaufrufs haben wir die Teilnehmenden dazu ermutigt sich mit (kolonial) unterdrückten Menschen, zum Beispiel durch das Tragen einer Kufiya, zu solidarisieren. Dieser Aufruf reichte aus um uns aufs schwerste zu verleumden, zu beleidigen und die Demo als Ganzes zu diskreditieren.
Um eins klarzustellen, dass die Kufiya ein Symbol der kolonial Unterdrückten ist, ist ein Fakt! Etwas Anderes zu behaupten wäre geschichtsrevisionistisch, denn die Kufiya wurde als Symbol im Widerstand gegen die britische Kolonialisierung geprägt.
Und auch in diesem Moment ist das Leiden der Palästinenserinnen unvorstellbar. Nach Schätzungen wurden bereits 186.000 Palästinenserinnen ermordet in und schon wieder blockiert Israel überlebenswichtige Hilfsgüter und stellt Strom und Wasser ab. Die Solidarität mit diesen Menschen kundzugeben ist die einzig menschliche Konsequenz für uns.
Auch ließ sich bei den meisten “Kritikerlnnenn” sehr leicht erkennen, dass ihnen der Angriff auf die Gemeinschaftsunterkunft vollkommen egal ist. Obwohl genau das für uns im Vordergrund stand, fühlen wir uns alleine durch die Masse der Nachrichten gezwungen, uns zu unserer Palästinasolidarität zu äußern. Durch die Masse an Kommentaren wird der Fokus, der bei den Menschen, die dort um ihr Leben fürchten mussten, liegen sollte, weg vom eigentlichen Thema gelenkt. All das wegen
einer Empfehlung im letzten Satz des Demo Aufrufs, welcher genauso auch schon bei unserer letzten Demo stand.
Einen ähnlich großen Aufschrei hätten wir uns gewünscht als ein riesiges Hakenkreuz zusammen mit “H* Hitler” auf den Sportplatz einer örtlichen Grundschule gesprüht wurde oder als in Teltow mehrfach und über einen längeren Zeitraum SS-Runen und “NS-Zone” mehrmals getaggt wurde oder als wir über die lokalen Verstrickungen von Journalisten und der AfD aufgeklärt haben. Doch anhand der Reaktion scheint dies alles nicht ansatzweise so schlimm zu sein wie das Wort Kufiya.
Da die Aufarbeitung und Bekämpfung des Antisemitismus in Deutschland, aus gutem Grund, einen sehr hohen Stellenwert hat, macht es sich einfach, einen solchen Vorwurf zu erheben, um ungewünschte Solidarität mundtot zu machen, besonders wenn man diese Vorwürfe nicht mit Inhalt füllt.
Wir hoffen ihr könnt unsere Gedanken nachvollziehen.
Besonders wollen wir uns auch bei den Menschen bedanken, die der Hasswelle und den Falschaussagen Kontra geboten haben und sich für das eigentliche wichtige Thema eingesetzt haben.
Ps: Eine gute Sache hatte es doch: Karoline Preisler hat sich über uns aufgeregt. Alles richtig gemacht;)
Viva Viva Palästina!
Antifaschistische Aktion TKS
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Aufruf von Antifaschistische Aktion TKS zur Demo am 14.03.2025 in Teltow-Stadt unter dem Motto „Naziangriffe nicht unbeantwortet lassen”
Liebe Genoss:innen,
heute wenden wir uns mit Wut und Enttäuschung an euch.
In der Nacht vom Freitag, dem 07.03. auf Samstag, den 08.03.2025 erreichte der aktuelle Rechtsruck in Stahnsdorf einen traurigen Höhepunkt.
Nachdem es in letzter Zeit bereits vermehrt zu Angriffen auf linke Zentren kam, wurde dieses Mal eine Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete angegriffen.
Die Angreifenden: offenbar organisierte junge Neonazis, waren mit Basbeballschlägern, Messern, mit einer Schusswaffe und einem Glasschneider bewaffnet, warfen Steine auf die Unterkunft und versuchten auch hinein zu gelangen. Bei diesem Angriff wurde auch mindestens eine Person verletzt.
Ein solcher Angriff ist ein Angriff auf alle die bei uns Schutz suchen und wir stehen solidarisch an der Seite der Angegriffenen.
Mit großem Entsetzen und enormen Frust haben wir uns entschlossen am Freitag, den 14.03.2025 uns mit euch die Straße zurückzunehmen!
Demobeginn ist um 17:30 Uhr am S Teltow Stadt/Ahlener Platz und wir werden zusammen auf der gleichen Route auf der auch die Angreifenden vermutlich unterwegs waren, sein um deutlich zu machen, dass diese Straßen uns gehören und einen sicheren Ort für alle darstellen müssen, sowie um unsere Solidarität zu zeigen.
Die Demo wird allerdings aus Rücksicht auf die Bewohner:innen, nicht bis direkt vor die Unterkunft ziehen.
Kommt in euren Bezugsgruppen und nicht alleine zur Demo. Wir werden wieder an dem Neonaziladen Ordo Tattoo vorbei kommen, also denkt daran, dass Corona weiterhin eine Gefahr ist und schützt euch sowie eure Mitmenschen durch das Tragen von Masken.
Wir bitten euch keine Parteifahnen mitzubringen. Solidaritätsbekundungen mit (kolonial) unterdrückten Menschen und Gebieten durch z.B. das Tragen von Kufiya sind hingegen ausdrücklich erwünscht.
Bleibt gesund und wir sehen uns Freitag!